Holzboden im Bad - Das sind die Vor- und Nachteile

Holzdielen gehören schon lange zu den bekanntesten und beliebtesten Bodenbelägen, wenn es um eine edle Inneneinrichtung geht.
 
Ein Boden aus Holz hat einen unglaublich hohen Einfluss auf die natürliche Atmosphäre und das allgemeine Wohlbefinden.
 
Doch wie sieht das Ganze in Feuchträumen wie dem Badezimmer aus. Kann ein Holzboden im Bad verwendet werden und wenn ja, macht das überhaupt Sinn?
 
Um die Frage schnell zu beantworten:
Ja, ein Holzboden kann im Badezimmer verwendet werden, sofern eine gute Planung sowie eine fachgerechte Montage berücksichtigt wird.
 
Was es zu beachten gibt und welche Möglichkeiten es für einen schönen und langlebigen Holzboden gibt, erfährst du in diesen Artikel.
 
Holzboden im Bad

Vorteile eines Holzbodens im Bad

Wärme

Einer der größten Nachteile von Fließen ist oftmals das Barfußgefühl. Ohne Fußbodenheizung muss man sich vor allem im Winter an kalte Füße im Bad gewöhnen. Ein Holzboden besitzt immer eine angenehme Barfußtemperatur.
 
Zudem tragen die erdigen Holztöne zu einer angenehmen und einladenden Raumatmosphäre bei.

Optik

Der wohl größte Vorteile ist die einzigartige Optik von natürlichem Holz. Jede Diele ist durch unterschiedliche Maserungen und Farben ein individuelles Kunstwerk.
 
Ein echter Holzboden im Badezimmer ist ein einmaliges Designelement, welches sich von der Masse abhebt. Durch Kombination von verschiedenen Materialien kann ein gutes Gleichgewicht aus Natürlichkeit und Moderne geschaffen werden.
 
Badezimmer mit Holzboden und Wandverkleidung aus Holz

Langlebigkeit

Mit der richtigen Pflege und vor allem mit der richtigen Holzart sind Dielen oder Parkett im Bad sehr lange haltbar. Je nach Pflege können Holzböden im Bad über 25 Jahre lang verwendet werden.
 
Unachtsamkeiten, welche die Oberfläche beschädigen, können durch ein Abschleifen fast immer vollständig entfernt werden. Auch Wasserflecken sind in den meisten Fällen halb so schlimm. Aber dazu später mehr.

Worauf sollte bei der Verwendung eines Holzbodens im Bad geachtet werden?

Modernes weißes Badezimmer mit Holzboden

Spritzwasser

Wasserspritzer sind die größte Belastung für jeden Boden im Badezimmer. Neben der Dusche und der Wanne kann schon das einfache Händewaschen Wasserspritzer auf deinen Holzboden verursachen.
 
Durch eine gute Versiegelung mit einem Hartwachsöl werden Schäden und Wasserflecken effektiv verhindert. Trotzdem ist es wichtig, Wasserspritzer sofort aufzuwischen und nicht einfach trocknen zu lassen.

Wasserschaden durch Überflutungen

Auch wenn Überflutungen heutzutage eher zur Seltenheit gehören, sind Wasserschäden durch gebrochene Rohre oder ein überlaufendes Waschbecken häufig der Tod für deinen Holzboden.
 
Sobald eine größere Menge Wasser durch die Fugen läuft, beginnt sich die Diele vollzusaugen und der Boden kann raus. Eine Gefahr, welche je nach persönlicher Situation abgewogen werden sollte.

Verfärbungen

Verschiedenste Seifen, Waschmittel und sonstige Hygienemittel enthalten unterschiedliche Inhaltsstoffe und sind zudem leicht säuerlich.
 
Kommen diese über einen längeren Zeitraum mit dem Holz in Kontakt, wird die schützende Wachsschicht zerstört und es kann zu dauerhaften Verfärbungen kommen.
 
Auch hier entstehen die Probleme hauptsächlich durch eine Vernachlässigung der Pflege. Wird Spritzwasser umgehend aufgewischt, können keine Schäden entstehen.

Hohe Luftfeuchtigkeit

Hohe Luftfeuchtigkeit ist eine häufige Eigenschaft von Badezimmern. Bei richtiger Verlegung der Dielen entsteht kein direkter Schaden, jedoch kann sich mit der Zeit Feuchtigkeit in Fugen sowie im Holz sammeln.
 
Ein regelmäßiges Lüften vor allem nach dem Duschen oder Baden schützt nicht nur deinen Holzboden, sondern beugt auch im gesamten Raum vor Schimmel- und Pilzbefall vor.

Folgende Vorkehrungen schützen deinen Holzboden im Bad

Reinigung

Bestenfalls wird der Boden einmal pro Woche mit einer Holzbodenseife gereinigt. Diese enthält ätherische Öle, welche die natürliche Schutzschicht aufrecht erhalten. Ein Staubsauger sollte mit aufgestellten Bürsten verwendet werden.

Regelmäßige Versiegelung

Dieser Punkt hat den größten Einfluss auf die Haltbarkeit deines Bodens. Solange eine intakte Versiegelung besteht, kann Wasser dem Boden nicht viel anhaben. Doch beginnt diese sich aufzulösen, können schon kleine Spritzer schnell ins Holz einziehen.
 
Aus Erfahrungen sollte die Behandlung mit einem Hartwachsöl einmal pro Jahr erfolgen. Falls du dir unsicher bist, ob es an der Zeit ist, deine Dielen zu ölen, kannst du ganz einfach einen Tropfen Wasser auf den Boden geben.
 
Bleibt dieser stehen, ist die Versiegelung noch intakt. Zieht dieser in das Holz ein, ist es höchste Zeit, die Versiegelung zu erneuern.

Badematten verwenden

Badematten vor der Dusche, Wanne oder dem Waschbecken können größere Schäden vermeiden. Nasse Matten sollten unbedingt zum Trocknen aufgehängt werden.
 
Gute Badematten haben eine Gummi- oder Vinylbeschichtung auf der Unterseite, welche ein Durchdringen von Wasser verhindern.
 
Holzboden im Bad aus Massivholzdielen

Eine Verbindung aus Holz und Stein/ Keramik

Eine Verbindung aus verschiedenen Materialien kann nicht nur die Optik deutlich aufwerten. Die Verwendung von hochwertigen Fliesen im Bereich der Wanne kann den Reinigungsaufwand sowie Schäden am Holz verhindern. 

Im folgenden Artikel erfährst du mehr über die Verwendung von Natursteinfliesen im Bad.

Kombination aus Holzdielen und Steinfliesen im Bad

Welche Holzarten sollten im Bad verwendet werden?

Bestenfalls wird ein Boden aus tropischen Hartholz verwendet. Holzarten wie Teak oder Jatoba eignen sich optimal für einen langlebigen Bodenbelag, welcher von Natur aus eine gute Resistenz gegenüber Feuchtigkeit besitzt.
 
Heimische Holzarten wie Eiche, Walnuss, Lärche, Douglasie oder Kirsche sind ebenfalls geeignet.
 
Die Buche quillt zu stark und sollte daher nicht verwendet werden. Ebenfalls sind weiche Holzarten wie Fichte oder Kiefer aufgrund ihrer leichten Holzstruktur nicht geeignet.
 
Eine Ausnahme spielen thermische modifizierte Nadelhölzer, wie sie auch im Terrassenbau vorkommen.
 

Parkett oder Massivholzdielen

Parkett im Badezimmer
 
Parkett beschreibt in den meisten Fällen eine mehrschichtige Holzdiele. Diese besteht aus einer Deckschicht sowie einer kostengünstigen Trägerschicht.
 
Massivholzdielen bestehen aus einem massiven Stück Holz, welches in Länge von bis zu 6 Meter aus dem Stamm geschnitten wird.
 
Oftmals kommen Mehrschichtdielen mit einem Klick-System. Dadurch wird eine einfache Montage ohne große Vorerfahrung ermöglicht. Der größte Vorteil dieser Methode sind die kaum sichtbaren Fugen, welche das Eindringen von Wasser verhindern.
 
Zudem quellen und schwinden Mehrschichtdielen aufgrund ihrer dünneren Nutzschicht deutlich weniger.
 
Bei Massivholzdielen stellen die Fugen den einzigen Nachteil dar. Bei fachgerechter Verlegung sind auch diese kaum sichtbar.
 
Werden Massivholzdielen falsch verlegt, kann es schnell zu unschönen Fugenabständen kommen welche einen Wassereintritt erleichtern und somit zur deutlichen Gefahr für einen Wasserschaden werden.
 

Wichtiger Tipp zur Dielenbreite

Je breiter die jeweiligen Dielen, desto weniger Fugen entstehen im Boden. Aus diesem Grund sollte man auf die Verwendung möglichst breiter Dielen (Schlossdielen) achten.

Breite Schlossdielen im Bad

Fazit

Ein Holzboden im Bad ist ein sehr eleganter und beliebter Bodenbelag. Dieser ist jedoch im Vergleich mit anderen Belägen deutlich pflegeintensiver.

Hiebei sollte man persönlich abwiegen, ob die Vorteile des angenehmen Raumklimas, der einzigartigen Atmosphäre und edlen Optik den Pflegeaufwand überwiegen. Falls man sich für einen Holzboden im Bad entscheidet, sollte auf eine fachgerechte Verlegung geachtet werden.

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