Sauna Belüftung - 5 verschiedene Methoden für optimales Saunaklima

Einer der wichtigsten Aspekte für ein angenehmes Saunaerlebnis ist die richtige Belüftung. Innensaunen mit elektrischen Öfen sind besonders häufig von stickiger Luft und dem daraus resultierenden schlechtem Saunaklima betroffen.
 
Aufgrund der steigenden Anzahl an günstigen Fertigsaunen kommt der Gedanke über die richtige Belüftung kaum noch auf. Falls du beim Eigenbau deiner Sauna alles richtig machen willst oder eventuell deinen Saunabausatz etwas aufwerten möchtest, kommst du mit diesen Artikel definitiv auf deine Kosten.
 
Vor allem in Finnland, im Land der Saunen ist die richtige Belüftung einer der am gründlichsten geplanten Aspekte vor dem Saunabau.
 
In diesem Artikel werden wir uns 5 unterschiedliche Belüftungsmethoden anschauen und die Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme erläutern.

Grundlegende Aspekte zur Belüftung 

  • Ein elektrischer Saunaofen hat deutlich weniger Sog als ein Holzofen. Deshalb ist gerade bei Innensaunen ein gut funktionierendes Belüftungssystem ausschlaggebend.
  • Eine elektrisch beheizte Sauna kann entweder durch Konvektion (aufsteigende warme Luft) oder mechanisch (Lüfter) belüftet werden.
  • Je nach verwendeten System kann die Konvektion leicht gestört werden. Einflussfaktoren wie Platzierung und Größe der Lüftung und des Ofens, Hindernisse sowie Druckunterschiede zwischen Zuluft und Abluft können den Luftstrom beeinflussen.
  • Die Platzierung von Zu- und Abluft haben den größten Einfluss auf die Temperaturdifferenz zwischen Decke und Boden.
Anhand dieser Punkte schauen wir uns nun verschiedene Belüftungssysteme und deren Auswirkung auf das Saunaklima genauer an.

Einfache Konvektion von unten nach oben 

Sauna Belüftung mit Elektroofen und einem Abluftschacht
Diese Methode stellt die einfachste Methode dar, welche einen stabilen Luftaustausch ermöglicht. (Vorausgesetzt die Zu-und Abluft kommt aus demselben Raum).
 
Kalte Luft wird unter dem Saunaofen angezogen, erhitzt und steigt dann in den Raum auf. Auf der gegenüberliegenden Seite liegt die Abluft welche kurz unter der Decke montiert wird.
 
Die einfache Funktionsweise hat jedoch einen großen Nachteil. Die Temperaturdifferenz zwischen Decke und Boden ist sehr groß.
 
So ist der Kopf auf der oberen Bank bei fast 90 °C während die Füße nur etwa 45 °C haben. Liegt man auf der unteren Bank, spürt man so gut wir gar keine Hitze. Dieses Problem wird mit der nächsten Methode besser gelöst.

Einfache Konvektion von unten zur Mitte

Diese Methode kommt sehr häufig bei Saunabausätzen zum Einsatz. Die Idee ist eine gleichmäßige Verteilung der Wärme durch die niedrigere Platzierung der Abluft.
 
Auf diese Weise wird der Temperaturunterschied zwischen oberer und unterer Bank deutlich reduziert. Diese Methode funktioniert ebenfalls sehr gut, jedoch gibt es auch hier einige Probleme.
 
Zum einen kommt es häufig zu einem Luftstau im oberen Bereich der Sauna. Zum anderen ist die Konvektion nicht sehr stark was, je nach Anzahl der Personen zu einem abreisenden Luftstrom führen kann.
 
Die optimale Methode ist es also eine Kombination aus der ersten und der zweiten Methode.

Fortgeschrittene Konvektion mit doppelter Abluft 

Die optimale Belüftung einer Elektrosauna mit zwei Abluftschiebern
Aus den oben beschriebenen Methoden konnte man gut die Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme erkennen. Diese Methode kombiniert die Vorteile und hat so gut wie keine Nachteile. Das Prinzip ist ganz einfach. Der Aufbau erfolgt mittels einer immer geöffneten Zuluft unter dem Ofen.
 
Die Abluft erfolgt mittels zwei verstellbaren Lüftungsschiebern, welche jeweils 15-20 cm unter der Decke und direkt unter der oberen Bankreihe positioniert werden.
 
Auf diese Weise kann der Luftstrom individuell angepasst werden und die Temperatur wird gleichmäßig in der Kabine verteilt. Wichtig hierbei ist die Zu- und Abluft, welche aus demselben Raum kommen müssen, da Druckunterschiede dieses System leicht beeinflussen können, aber dazu im letzten Abschnitt mehr.
 
Eine bewährte Position der Lüftungsschieber ist auf dem Bild dargestellt. Dabei wird der obere Schieber in der Regel halb so weit geöffnet wie der untere Schieber. Will man die Temperatur in den unteren Bankreihen vermindern, sollte der obere Schieber weiter geöffnet werden. Auf diese Weise bleibt die obere Bank heiß, während es unten deutlich kühler wird.
 
Will man die Hitze nochmals deutlich erhöhen, wird der obere Schieber komplett geschlossen und man hat die maximal möglichen Temperaturen mit einem funktionierenden Luftaustausch.
 
Wie du siehst, ist dies eine einfache, aber sehr effektive der Saunabelüftung. Der mittlere Schieber bleibt immer auf derselben Position und der obere Schieber regelt die Wärme.
 
Die folgenden zwei Systeme sind deutlich komplexer, konnten sich aber in professionellen Saunas sowie im kommerziellen Bereich bewähren.

Abluft durch Kamineffekt verstärken

Sauna Belüftung durch Kamin verstärken
Dieses System wird häufig von professionellen Saunaherstellern sowie Saunabauern verwendet. Die Idee ist ganz einfach. Durch die Platzierung der Abluft unter der ersten Bankreihe wird eine gleichmäßige Verteilung der Luft und damit ein regelmäßiger Temperaturgradient sichergestellt.
 
Doch ohne einen deutlichen Sog würde dieses System nicht funktionieren. Genau da kommt unser „Schornstein“ zum Einsatz. Die heiße Luft, welche den Kamin aufsteigt, erzeugt ein Vakuum und somit einen konstanten und kräftigen Luftstrom, welcher mit ansteigender Saunatemperatur auch an Stärke zunimmt.
 
Jedoch benötigt diese Konstruktion Erfahrung im Wandaufbau sowie in einer gut geplanten Schornstein, welche die richtige Größe benötigt.
Falls dieses System trotzdem für dich infrage komme, empfiehlt sich ein extra Lüftungsschieber am oberen Ende des Schornsteins, also kurz unter der Saunadecke zu platzieren. Auf diese Weise können Einschränkungen im Luftstrom ausgeglichen werden.

Mechanische Ventilation der Sauna 

Sauna mechanisch mit einem Lüfter belüften
Falls alles nichts hilft, kommt nur noch die mechanische Ventilation zum Einsatz. Dieses System funktioniert so gut wie immer, da man nicht von einem Konvektionsstrom abhängig ist.
 
Jedoch kann die mechanische Belüftung ausschließlich für elektrische Saunen verwendet werden. Holzöfen benötigen einen natürlichen Luftstrom durch Konvektion, um gut zu brennen.
 
Wie man sieht, wurde die Zuluft direkt in und unter die Decke gelegt. Auf diese Weise ist im oberen Saunabereich ein optimales Raumklima, währenddessen die Temperatur in den unteren Bankreihen kaum abnimmt.
 
Diese Methode hat den geringsten Temperaturgradient, funktioniert jedoch nur mit einem elektrischen Lüfter. Andernfalls würde auf diese Weise überhaupt kein Luftstrom zustande kommen.
 
Es scheint als wäre dies die beste Methode um eine Sauna zu Belüftung oder? In der Theorie ja, aber in der Praxis leider nein. Das konstante Drehen eines Lüfters kann die gemütliche und entspannte Saunaatmosphäre schnell zerstören.
 
Man könnte natürlich einen sehr leisten Lüfter verwenden, welcher nicht direkt in der Saunawand, sondern wie im oberen System innerhalb eines isolierten Schornsteins sitzt. Doch für den Eigenbau kommt so eine komplizierte Methode in den meisten Fällen nicht zum Einsatz.
 
Was man jedoch in Betracht ziehen kann, ist der Einbau eines Lüfters, um nach dem Saunagang die Feuchtigkeit schnell aus der Sauna zu bekommen. Denn sobald der Ofen aus ist, bricht auch der Luftstrom ab.

Resultierende Erkenntnisse aus den Modellen

Eine der wichtigsten Grundlagen für einen stabilen Luftstrom ist Platzierung der Zu- und Abluft. Und damit ist nicht nur die Platzierung innerhalb der Kabine, sondern vor allem die Platzierung außerhalb gemeint.
 
Entweder Zu- und Abluft kommen aus dem Innenraum oder aus dem Außenbereich außerhalb des Hauses. Aber niemals sollte beispielsweise die Zuluft von Außen und die Abluft von innen kommen. Der Druckunterschied zwischen Innen- und Außenbereich ist in den meisten Fällen zu groß und würde den Luftstrom stören.
 
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Größe des Lufteinlasses. Für eine Familiensauna mit 3 Personen sollte dieser mindestens 10x20 cm (200cm2) betragen.
 
Je nach Einbausituation kann das Loch für die Zuluft direkt in den Sockelrahmen montiert werden. Falls du ein Netz oder ein Gitter vor dem Lufteinlass montierst, sollte dieser nochmals 20 % größer gemacht werden. (Wird in der Regel nur für Outdoorsaunen benötigt um das Eindringen von Tieren und Insekten zu verhindern)
 
Die Zuluft wird vollständig vom Schieber der Abluft kontrolliert. Wenn die Luft nicht nach außen kann, wird auch keine neue Luft angezogen.
 
 
Als abschließendes Wort lässt sich sagen, das jede Sauna anders ist und es kein perfektes System gibt. Je nach Situation muss die bestmögliche Option gefunden werden und falls diese noch kein zufriedenstellendes Ergebnis liefert, kann dies in den meisten Fällen mit ein paar einfachen Tricks behoben werden.
 
Als persönliche Empfehlung ist die dritte Option mit zwei Luftauslässen so ziemlich für jede Sauna geeignet und liefert ein angenehmes und anpassbares Saunaklima.

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