Unterkonstruktion für die Holzterrasse - Ratgeber

Die richtige Unterkonstruktion ist ausschlaggebend für eine langlebige Terrasse. Diese hat nicht nur einen ausschlaggebenden Einfluss auf die Haltbarkeit, sondern auch auf die spätere Stabilität sowie ein gutes Laufgefühl.

In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du zum Bau deiner Unterkonstruktion wissen solltest.

Welches Material sollte verwendet werden?

Für den Bau unserer Terrasse stehen uns genau drei Materialien zur Verfügung, Holz, Aluminium und WPC. Welches Material für welchen Zweck geeignet ist und wo die Vor- und Nachteile liegen, schauen wir uns im folgenden Abschnitt einmal an.

Unterkonstruktion aus Holz

Unterkonstruktion aus Holz auf Stelzlagern

Voraussetzungen für eine Holz-Unterkonstruktion

Holz kann so ziemlich für jede Terrasse verwendet werden. Wichtig hierbei ist die Auswahl der richtigen Holzart. Jede Holzart hat seine ganz eigenen Eigenschaften und damit auch unterschiedlich lange Haltbarkeiten.
 
Es empfiehlt sich, die Holzart der Unterkonstruktion an die Holzart der Terrassendielen anzupassen. Solltest du nicht genau das gleiche Holz finden, ist auf die Dauerhaftigkeitsklasse zu achten, welche sich maximal um eine Klasse Unterscheiden sollte.
 
Somit garantierst du eine gleichmäßige Alterung von Unterkonstruktion und Terrassendielen und verhinderst auftretende Spannungen.

Was sind die Vorteile von Holz?

Zum einen passt sich Holz auf Holz extrem gut an, wodurch ein klappern oder quietschen, welches bei Aluminium vorkommen kann, ausgeschlossen wird. Zudem hast du mit Holz die freie Wahl, was die Bauweise betrifft.
 
Egal ob du auf flacher Rasenfläche oder steil am Hang baust, durch die große Auswahl an Konstruktionshölzern bekommst du für jede Anforderung das richtige Material. Zudem können Holzbalken leicht gekürzt und je nach Bedarf miteinander verbunden werden. Dieser Punkt ist vor allem bei ausgefallenen Verlegemustern sehr wichtig, da hierbei die Unterkonstruktion je nach ausgewählter Verlegung häufig angepasst werden muss.
 
Hast du als Beispiel nur wenige Auflagepunkte für deine Unterkonstruktion zur Verfügung, kann durch die Verwendung von stabilen Tropenhölzern große Spannweiten von bis zu 3 Metern überbrückt werden.
 
Außerdem können auftretende Spannungen von Holz sehr gut aufgenommen werden, was die Gefahr abreisender Schrauben deutlich minimiert.

Was sind die Nachteile von Holz?

Holz ist ein Naturmaterial und daher selten so maßhaltig wie Aluminium oder WPC. Leichte Verziehungen der Konstruktionshölzer sind normal und können durch Versteifungen sowie Verschraubungen mit Fundament und Terrassendielen begradigt werden.
 
Zudem kann in stark feuchten Umgebungen der Einsatz einer Alu-Unterkonstruktion mehr Sinn machen. Dies hängt jedoch stark mit dem individuellen Aufbau sowie den Bodenabstand und der daraus resultierenden Belüftung zusammen.

Unterkonstruktion aus Aluminium

Schwarze Aluminium Unterkonstruktion

Voraussetzungen für eine Alu-Unterkonstruktion

Aluminium kann fast uneingeschränkt genutzt werden. Es gilt jedoch darauf zu achten, dass sich keine großen Spannungen aufbauen, da sich Aluminium wesentlich weniger anpassen kann als Holz.
 
Vor allem bei einer sichtbaren Verschraubung sollte die Verwendung von Holz bevorzugt werden, da dieses entstehende Spannungen an den Schrauben besser verkraftet.
 

Was sind die Vorteile von Aluminium?

Aluminium ist stabil, leicht und hält ewig. Zudem ist der Aufbau aufgrund der Maßhaltigkeit der einzelnen Streben deutlich einfacher. Obendrein kannst du mit einer Unterkonstruktion aus Aluminium extrem geringe Aufbauhöhen realisierten, was z. B. auf einem Balkon von Vorteil ist.
 
Je nach benötigter Tragkraft gibt es die Unterkonstruktion in den verschiedensten Stärken. Ein weiterer Vorteil ist, dass häufig die Angabe der maximal möglichen Spannweite angegeben ist. Dieser Punkt ist bei Holz aufgrund der unterschiedlichen Materialien selten verfügbar.

Was sind die Nachteile von Aluminium?

Der größte Nachteil von Aluminium ist die Gefahr abreißender Schrauben aufgrund von Spannungen, welche nicht vom Material aufgenommen werden können.
 
Deshalb sollte vor allem bei einer sichtbaren Verschraubung ein Distanzprofil eingebaut werden. Dieses gleicht Spannungsunterschiede aus und minimiert die Gefahr abreisender Schrauben.

Unterkonstruktion aus WPC 

Eine Unterkonstruktion aus WPC kommt aufgrund der geringen Formstabilität weniger häufig zum Einsatz. Zudem sollte dieses nur auf ebenen Untergründen befestigt werden. Die Anwendung als Konstruktionsbau ist bei diesem Material nicht möglich. 
 
Der größte Vorteil ist der geringe Preis sowie die einfache Montage. WPC ist formstabil, leicht und kann optimal mit Feuchtigkeit umgehen. Außerdem ist eine geringe Aufbauhöhe möglich. 
 
Eine Unterkonstruktion aus WPC eignet sich optimal für die Montage eines Holzbodens auf einem Balkon oder einer Dachterrasse.

Der richtige Abstand für deine Unterkonstruktion 

Bei dem Bau deiner Terrasse gibt es zwei wesentliche Abstände, welche du beachten solltest. Zum einen die Spannweite der Unterkonstruktion und zum anderen der Achsabstand zwischen den einzelnen Konstruktionsbalken. In folgender Abbildung siehst du den Unterschied der beiden Abstände.
 
Die Spannweite ist der Abstand zwischen zwei Auflagepunkten der Unterkonstruktion, während der Achsabstand den Abstand zwischen den Balken darstellt.
 
Die Spannweite lässt sich anhand der Stabilität und Dicke der Unterkonstruktion bemessen. Der Achsabstand wird anhand der Stärke der Terrassendielen bestimmt.
Spannweite und Achsabstand der Terrassen Unterkonstruktion

Achsabstand der Terrassendielen bestimmen

Der Achsabstand, also der Abstand zwischen den Auflagepunkten deiner Terrassendielen, ergibt sich anhand der Dielenbreite sowie Dielenstärke. Zudem spielt natürlich auch verwendete die Holzart eine Rolle.
 
Folgende Formel ist für jede Holzart gültig und kann eine ausreichende Traglast deiner Terrassendielen garantieren:
  • Dielendicke unter 2,5 cm: 40 cm Abstand
  • Dielendicke über 2,5 cm und Dielenbreite unter 10 cm: 40 cm Abstand
  • Dielendicke über 2,5 cm und Dielenbreite über 10 cm: 50 cm Abstand

Erfahre mehr über die genauen Abstände für die Verlegung von WPC Terrassendielen.

Auflagepunkte anhand der Spannweite bestimmen

Die Auflagepunkte sind, wie der Name schon sagt, Punkte, auf denen deine Unterkonstruktion aufliegt. Diese werden anhand der Spannweite und des Achsabstandes bestimmt, wobei man in den meisten fällen von einem Achsabstand von maximal 50 cm ausgeht.
 
Die Spannweite ist für die meisten Alu Unterkonstruktionen angegeben. Diese reicht von 50 cm bis hin zu 150 cm. Bei den meisten Konstruktionshölzern hingegen fehlt dieser Wert. Da mehrere Auflagepunkte weder mehr Kosten noch mehr Arbeit machen, sollte man die Spannweite lieber etwas geringer als zu groß wählen.
 
Das am häufigsten verwendete Maß für Konstruktionshölzer der Unterkonstruktion beträgt 45 x 70 mm. Je nach Holzart ändert sich natürlich die Belastbarkeit, jedoch kann folgender Abstand für alle Holzarten verwendet werden.
 
Hochkant 45 x 70 mm: maximale Spannweite: 60 cm
Querkant 75 x 45 mm: maximale Spannweite: 50 cm
 
Bestenfalls wird eine Spannweite von 40 cm gewählt um etwas Spielraum für schwere Gegenstände wie z.B. Blumentöpfe zu lassen.
 
Je geringer dieser Abstand ist, desto höher wird die Tragkraft deiner Unterkonstruktion.

Konterlattung anlegen 

Eine Konterlattung dient zur Einsparung von Auflagepunkten. Dies macht allerdings nur Sinn, wenn die Erstellung von Auflagepunkten mit einem erheblichen Zeitaufwand oder großen Kosten verbunden ist.
 
Bei der Konterlattung werden starke Konstruktionshölzer mit einer hohen Spannweite von bis zu 2,5 Metern verwendet. Auf diese Konstruktion wird dann die eigentliche Unterkonstruktion aufgebaut.
Terrasse Unterkonstruktion mit einer Konterlattung

Grundlagen zum Bau deiner Unterkonstruktion

Um eine lange Haltbarkeit deiner Unterkonstruktion zu gewährleisten, sollte auf folgende Punkte geachtet werden:
  • die Unterkonstruktion darf nicht in direkten Bodenkontakt stehen, um ein ablaufen des Wassers zu ermöglichen
  • eine Aufbauhöhe von mindestens 70 mm fördert die Belüftung und somit die Haltbarkeit deines Holzes
  • die Unterkonstruktion ist im besten Fall mit dem Boden befestigt, dies kann durch Anschrauben der Stelzlager oder durch Winkelverbinder erfolgen
  • ist keine Befestigung am Boden möglich, sollte durch zusätzliche Querstreben die Steifigkeit verbessert werden.
  • Längsstöße sollten zwischen zwei Konstruktionshölzern geführt werden, um Staunässe und die damit verbundene Fäulnisbildung zu verhindern. Dabei sollten die Dielenenden mindestens 5 mm über den Auflagepunkt hinausragen (s. Bild)
  • schwere Gegenstände wie z. B. Blumentöpfe sollten vor dem Bau der Unterkonstruktion geplant werden, um zusätzliche Versteifungen sowie Auflagepunkte einzubauen (s. Bild)

Terrasse Unterkonstruktion mit Dielenstößen und Versteifungen

Fazit

Die richtige Unterkonstruktion ist hauptsächlich von den individuellen Gegebenheiten abhängig. Jedes Material kommt mit seinen eigenen Vor- und Nachteilen. Der wichtigste Aspekt für das richtige Material deiner Unterkonstruktion ist jedoch der Untergrund deiner Holzterrasse

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